Infos
Der Film spielt in der Ruine des
ehemaligen Anhalter Bahnhofs in
Berlin-Kreuzberg Ende der fünfziger Jahre, als die riesige
Bahnhofskathedrale noch das Stadtbild zierte.
Anhalter - ein Mythos
"Berlin Anhalter Bahnhof" von diesem imposanten Wahrzeichen Berlins
blieb nicht mehr als der kümmerliche Rest der kleinen
Droschkenunterfahrt.
Synopsis:
Berlin, 23. Februar 1959, 23.23 Uhr
P. Hermann betritt die verwaiste Eingangshalle des zum Abriss
freigegebenen Anhalter Bahnhofes. Mit zunehmender Verweildauer in
diesem Gebäude erliegt er seinen Erinnerungen und Visionen und
verschmilzt mehr und mehr mit dem Gebäude, bis es ihm schliesslich
gelingt, noch ein letztes mal das erhebende Gefühl der Ankunft in
der "Mutterhöhle der Eisenbahnen"(Walter Benjamin) zu
erleben.
ANHALTER
Im
Krieg wurde er zwar stark beschädigt,
konnte aber den Zugbetrieb bis 1952 weiterführen, bis dann im
Abrisswahn des Wiederaufbaus der Bahnhof gesprengt wurde(und mit ihm
auch die anderen vier grossen Berliner Kopfbahnhöfe).
Es war diese ehemalige Hauptstadt auf dem Abstellgleis, vergessen und
voller Erinnerungen an eine glanzvollere Zeit, die mich während
meiner Kindheit im West-Berlin der 70er-Jahre am meisten geprägt
hat. Überall entdeckte man die Spuren der Vergangenheit:
Baulücken, Ruinen, Wildnis - meditative Orte. In dieser Zeit
entdeckte ich die Stadt als Stadt, mit ihrer Geschichte. Unvergesslich
bleiben mir die S-Bahnfahrten durch die geteilte Stadt. Mit den alten
S-Bahnwagen ging es durch eine Stadtlandschaft ganz besonderer Art,
u.a. durch sogenannte Geisterbahnhöfe, auf denen die S-Bahn nicht
halten, sondern nur langsam durch Stationen wie "Potsdamer Platz",
"Unter den Linden", "Oranienburger Strasse" rollen durfte. Diese
spärlich beleuchteten Bahnhöfe zogen am Fenster vorüber
wie Halluzinationen, wie Orte einer geheimen Stadt, und immer begleitet
vom typischen Surren und Zischen der S-Bahn, die über die alten
Gleise polterte.
Was die Mauer konservierte, diese Nachkriegsästhetik mit ihrem
improvisierten Charakter, verschwindet nun zusehends.